«Wahre Kunst bleibt unvergänglich»

Ludwig van Beethoven

Aktuelles

2026 feiert das Rasumowsky Quartett sein 25-jähriges Bestehen. Im Herbst diesen Jahres gibt es deshalb eine kleine Jubiläumstour. Details werden noch bekannt gegeben.

Nächste Konzerte

16.08.2026 Monterubbiano (I)
Mit Fedele Antonicelli, Klavier

Rasumowsky Quartett Bern

Porträt

Seit nunmehr 25 Jahren steht das Rasumowsky Quartett für packendes Musizieren. Mit ungebrochener Leidenschaft und einem individuellen Klang widmet sich das Ensemble den grossen Meisterwerken, der Streichquartettliteratur, überrascht jedoch immer wieder auch mit außergewöhnlichen Entdeckungen. Dazu zählen etwa die Rekonstruktion der Erstfassung von Max Regers letztem Streichquartett ebenso wie Ersteinspielungen bislang wenig beachteter Werke, darunter die Streichquartette des Schweizer Romantikers Friedrich Theodor Fröhlich, Quartette von Albert Moeschinger, einem der bedeutendsten Schweizer Komponisten des 20. Jahrhunderts, sowie zuletzt die Streichquartette von Sergej Tanejew. Darüber hinaus setzt das Rasumowsky Quartett einen besonderen Akzent auf zeitgenössische Schweizer Musik und spartenübergreifende Programmkonzepte.

Seinem Namensgeber – Fürst Andrej Kyrillowitsch Rasumowsky, russischer Gesandter in Wien, Freund Beethovens und bedeutender Mäzen des Streichquartettspiels fühlt sich das Ensemble in mehrfacher Hinsicht eng verbunden. Es wurzelt in der russischen Streicherschule und betrachtet die Quartette der Wiener Klassik, allen voran jene Ludwig van Beethovens, als sein Kernrepertoire. Die Prinzipien der historischen Aufführungspraxis bilden dabei die interpretatorische Grundlage und werden ganz selbstverständlich auch auf Werke der Spätromantik und der klassischen Moderne übertragen.

Internationale Aufmerksamkeit erlangte das heute in Bern beheimatete Rasumowsky Quartett mit der Gesamteinspielung der fünfzehn Streichquartette Dmitri Schostakowitschs anlässlich dessen 100. Geburtstags im Jahr 2006. Maxim Schostakowitsch, selbst einer der bedeutendsten Interpreten der Werke seines Vaters, bezeichnete diese Einspielung als „eine der besten Aufnahmen der Musik meines Vaters überhaupt“. Das Magazin Der Spiegel sprach angesichts der „verblüffenden Tempi und des fesselnden Zusammenspiels“ von einem „Jubiläumsereignis“.

Mitglieder

Dora Bratchkova

Erste Geige

Dora Bratchkova ist Professorin an der Musikhochschule Mannheim und war bis 2023 erste Konzertmeisterin der Deutschen Radio Philharmonie. Regelmässig unterrichtet Sie Violine und Kammermusik bei diversen Meisterkursen. Nach ihrer Ausbildung bei Boian Letschev, einem Schüler von David Oistrach, gewann sie Preise bei renommierten Wettbewerben, u.a. beim Bachwettbewerb in Leipzig, beim Curci-Wettbewerb in Neapel und beim Tschaikowski-Wettbewerb in Moskau. Anschliessend war sie Primaria des staatlichen bulgarischen Sliven-Quartetts. In Konzertreisen durch ganz Europa tritt sie als Solistin und Kammermusikerin auf. Dabei arbeitet sie mit renommierten Dirigenten wie Stanislaw Skrowaczewski, Marcello Viotti, Emmanuel Krivine u.a. zusammen. Ihre CDs mit Werken von Dietrich, Gade, Kuhlau, Paganini, Rolla, Sinding, Stahmer und Strawinsky sind bei den Labels cpo, Dynamik und Koch International zu finden.  

Andrea Saxer-Keller

Zweite Geige

Andrea Saxer-Keller wurde bereits mit 15 Jahren als Jungstudentin an der Musik- Akademie Basel in die Violinklasse von Brenton Langbein aufgenommen und erwarb mit 19 Jahren den Bachelor of Arts in Musik. Zwei Jahre später folgte der Master Performance bei Adelina Oprean. Kammermusikalisch wurde Andrea Saxer in dieser Zeit von Walter Lewin (La Salle Quartett) und Hatto Beyerle (Alban Berg Quartett) geprägt. Anschliessend studierte Andrea Saxer an der International Menuhin Music Academy bei Alberto Lysy und Yehudi Menuhin und schloss dort ihre Studien mit dem Solistendiplom ab. Als Mitglied des Kammerorchesters Camerata Lysy spielte sie Konzerte in ganz Europa sowie in Südamerika. Seit 2019 ist Andrea Mitglied des Rasumowsky Quartetts

Gerhard Müller studierte zunächst Schulmusik und erhielt zeitgleich seine Ausbildung im Fach Violine bei dem russischen Violinpädagogen Josef Rissin an der Musikhochschule Karlsruhe. Schon früh galt sein Interesse der historischen Aufführungspraxis. Nach mehreren Jahren als Geiger in diversen deutschen Orchestern, wechselte er zur Viola, schloss sich der Capella Coloniensis an, war Mitglied der Deutschen Händel-Solisten und gern gesehener Gast in weiteren führenden Ensembles der Alten-Musik-Szene. Gerhard war von 2009-2020 Direktor der Musikschule Konservatorium Bern. Im Februar 2026 schloss er sein Promotionsstudium in Musikwissenschaft an der Universität Bern mit «summa cum laude» ab.

Bratsche

Gerhard Müller

Alina Kudelevic erhielt ihren ersten Cellounterricht bei Vladimir Perlin in Minsk. Anschliessend absolvierte sie das Moskauer Tschaikowsky-Konservatorium mit Auszeichnung, ehe sie ihre Studien bei Martin Ostertag in Karlsruhe zum Abschluss brachte. Sie ist Preisträgerin zahlreicher nationaler und internationaler Wettbewerbe, erhielt das Ferenc-Fricsay-Stipendium des Deutschen Sinfonie Orchesters Berlin und war Stipendiatin der Villa Musica Mainz. Alina  war mehrere Jahre in renommierten Orchestern tätig (u.a. DSO Berlin, Vorspielerin Bochumer Symphoniker, Solocellistin Staatsorchester Rheinische Philharmonie). Zusammen mit Dora Bratchkova legte sie eine Ersteinspielung der Duos für Violine und Violoncello von Alessandro Rolla vor.

Cello

Alina Kudelevic

Programme 2026/27

Mit op. 127 eröffnet Beethoven den Kosmos seiner späten Quartette: Die klassische Form wird gedehnt, Kontraste treten scharf hervor, und der langsame Satz entfaltet eine bis dahin unerhörte Tiefe und Zeitlosigkeit. Schuberts letztes Quartett von 1826 wirkt wie eine unmittelbare Antwort auf Beethoven – mit radikalen Gegensätzen, schwebender Form und existenzieller Weite. Beide Werke markieren einen Wendepunkt, an dem das Streichquartett zum Ort des künstlerischen Experiments wird.

«Zeit in Auflösung»

Beethovens Streichquartett a-Moll op. 132 ist geprägt von existenzieller Erfahrung: Krankheit, Genesung und Dankbarkeit verdichten sich im berühmten „Heiligen Dankgesang“ zu einer Musik von zeitloser Ruhe und spiritueller Tiefe. Mendelssohns Streichquartett a-Moll op. 13 entstand unter dem unmittelbaren Eindruck von Beethovens späten Quartetten und übersetzt deren formale Kühnheit in die Sprache eines jungen Romantikers. Beide Werke verbindet die Suche nach neuer Innerlichkeit – bei Beethoven als Rückzug ins Wesentliche, bei Mendelssohn als Beginn eines eigenen Weges.

«Innerlichkeit und Aufbruch»

Vier Abende mit moderierten Einführungen

«Beethovens späte Quartette»

I
«Neuanfang»
Streichquartett Es-Dur op. 127

II
«Form unter Druck»
Streichquartett B-Dur op. 130 (mit «Grosser Fuge» op. 133)

III
«Zeit und Transzendenz»
Streichquartett a-Moll op. 132

IV
«Freiheit und Abschied»
Streichquartett cis-Moll op. 131
Streichquartett F-Dur op. 135

Auf Wunsch auch in Kombination mit Werken von Joseph Haydn oder Dmitri Schostakowitsch möglich.

Wiederaufnahme

Ein musikalisch-literarischer Abend
Musik von Friedrich Theodor Fröhlich
Text von Gornaya
Mit Heidi Maria Glössner

«Ertrinken ist ein stiller Tod»

Repertoire

Joseph Haydn (1732-1809)

Streichquartett Es-Dur op. 20 Nr. 1 Hob. III:31
Streichquartett C-Dur op. 20 Nr. 2 Hob. III:32
Streichquartett g-Moll op. 20 Nr. 3 Hob. III:33
Streichquartett D-Dur op. 20 Nr. 4 Hob. III:34 («Sonnenaufgang»)
Streichquartett f-Moll op. 20 Nr. 5 Hob. III:35
Streichquartett A-Dur op. 20 Nr. 6 Hob. III:36
Streichquartett h-Moll, op. 33, Nr. 1, Hob. III:37
Streichquartett Es-Dur, op. 33, Nr. 2 („Der Scherz"), Hob. III:38
Streichquartett C-Dur, op. 33, Nr. 3 („Vogelquartett"), Hob. III:39
Streichquartett B-Dur, op. 33, Nr. 4, Hob.II|40
Streichquartett G-Dur, op. 33, Nr. 5 (Wie geht es dir?"), Hob. III:41
Streichquartett D-Dur, op. 33, Nr. 6, Hob. III:42
Streichquartett C-Dur op. 76, Nr. 3 («Kaiserquartett»)
Streichquartett G-Dur op. 77, Nr. 1
Die sieben letzten Worte unseres Erlösers am Kreuz, Hob. XX:1

Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791)

Divertimento D-Dur KV 136
Streichquartett G-Dur KV 387
Streichquartett d-Moll KV 421
Streichquartett C-Dur KV 456 («Dissonanzen»)
Streichquartett F-Dur KV 590
Streichquintett C-Dur KV 515
Streichquintett g-Moll KV 516

Ludwig van Beethoven (1770-1827)

Streichquartett F-Dur op. 18/1
Streichquartett G-Dur op. 18/2
Streichquartett D-Dur op. 18/3
Streichquartett c-Moll op. 18/4
Streichquartett A-Dur op. 18/5
Streichquartett B-Dur op. 18/6
Streichquartett F-Dur op. 59/1 («Rasumowsky»)
Streichquartett e-Moll op. 59/2 («Rasumowsky»)
Streichquartett C-Dur op. 59/3 («Rasumowsky»)
Streichquartett Es-Dur op. 74 («Harfen»)
Streichquartett f-Moll op. 95
Streichquartett Es-Dur op. 127
Streichquartett B-Dur op. 130 (mit «Grosser Fuge» op. 133)
Streichquartett cis-Moll op. 131
Streichquartett a-Moll op. 132
Streichquartett F-Dur op. 135

Franz Schubert (1797-1828)

Streichquartett B-Dur D 112
Quartettsatz c-Moll D 703
Streichquartett a-Moll D 804 («Rosamunde»)
Streichquartett d-Moll D 810 («Tod und das Mädchen»)
Streichquartett G-Dur D 887
Streichquintett C-Dur D 956

Friedrich Theodor Fröhlich (1803-1836)

Streichquartett f-moll
Streichquartett E-Dur
Streichquartett g-moll
Streichquartett c-moll

Antonín Dvořák (1841-1904)

Streichquartett F-Dur op. 96 («Amerikanisches»)
Streichquartett Nr. 12 F-Dur op. 96

Sergej Tanejew (1856-1915)

Streichquartett Nr. 1 b-Moll op. 4 (1890)
Streichquartett Nr. 4 a-Moll op. 11(1898/99)
Streichquintett Nr. 1 G-Dur op. 14 (1901)
Streichquintett Nr. 2 C-Dur op. 16 (1903/04)

Claude Debussy (1862-1918)

Streichquartett g-Moll

Max Reger (1873-1916)

Streichquartett fis-Moll op. 121 (Urfassung)

Arnold Schönberg (1874-1951)

Streichquartett fis-Moll op. 10 (mit Sopran)

Arnold Moeschinger (1897-1985)

Streichquartett Nr. 2
Streichquartett Nr. 3
Streichquartett Nr. 5
Trauermusik für Hanni Bürgi

Dmitri Dmitrijewitsch Schostakowitsch (1906-1975)

Streichquartett Nr. 1 C-Dur op. 4
Streichquartett Nr. 2 A-Dur op. 68
Streichquartett Nr. 3 F-Dur op. 73
Streichquartett Nr. 4 D-Dur op. 83
Streichquartett Nr. 5 B-Dur op. 92
Streichquartett Nr. 6 G-Dur op. 101
Streichquartett Nr. 7 fis-Moll op. 108
Streichquartett Nr. 8 c-Moll op. 11
Streichquartett Nr. 9 Es-Dur op. 117
Streichquartett Nr. 10 As-Dur op. 11
Streichquartett Nr. 11 f-Moll op. 122
Streichquartett Nr. 12 Des-Dur op. 133
Streichquartett Nr. 13 b-Moll op. 138
Streichquartett Nr. 14 Fis-Dur op. 142
Streichquartett Nr. 15 es-Moll op. 144

George Crumb (*1929)

Streichquartett «Black Angels» (Thirteen Images from the Dark Land)

Leo Dick (*1976)

Streichquartett «Auftrieb»

Programme mit Klarinette

Wolfgang Amadeus Mozart Klarinettenquintett A-Dur KV 581
Johannes Brahms Klarinettenquintett h-Moll op. 115
Max Reger Klarinettenquintett A-Dur op. 146
Isang Yun Klarinettenquintett Nr. 1
Isang Yun Klarinettenquintett Nr. 2

Programme mit Klavier

Antonín Dvořák Klavierquintett A-Dur op. 81
César Franck Klavierquintett f-Moll
Robert Schumann Klavierquintett Es-Dur op. 44
Johannes Brahms Klavierquintett f-Moll op. 34
Dmitri Schostakowitsch Klavierquintett g-Moll op. 57
Franz Schubert Klavierquintett A-Dur D 667 («Forelle»)

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